Zu einer nichtöffentlichen Informationsveranstaltung lud der Aufsichtsrat des insolventen SV Weingarten am Dienstagabend Mitglieder ein. Nach Informationen der RHEINPFALZ war die Stimmung unter den Anwesenden sehr emotionsgeladen.
Aufsichtsratsvorsitzender Hans Siegrist habe bei dem Treffen seinen Vereinskameraden die Nachricht überbracht, dass der Gemeinderat beschlossen habe, Weingarten brauche keinen Oberligafußball, erzählte gestern ein Versammlungsteilnehmer. Siegrist habe viele Zahlen offengelegt. Dem Gemeinderat sei dabei der „Schwarze Peter“ zugeschoben worden, da er sich gegen den SVW ausgesprochen hätte. Die Insolvenz habe Siegrist bei seinem Vortrag mit der Baukostenüberschreitung und fehlenden 125.000 Euro seitens der Gemeinde begründet.
Daraufhin habe Ortsbürgermeister Dr. Kurt Seibert das Wort ergriffen, um aus seiner Sicht das Handeln des Rates zu begründen. Er habe ebenfalls viele Zahlen genannt und auch, dass die Gemeinde den SVW in der Vergangenheit mehrfach unterstützt habe – über Absprachen hinaus. Seibert habe dabei als Beispiel die Kosten für eine Gerichtsverhandlung erwähnt, zu der es nur gekommen sei, weil der Verein einer Frist zum Bau des Sanitätsgebäudes nicht nachgekommen war.
Willi Behr, Vorsitzender des SV Weingarten, habe ebenfalls Stellung zu den Aussagen seiner Vorredner genommen. Letztlich sei regelrecht geschrien worden, weil die Emotionen hochgekocht seien, so der Versammlungsteilnehmer. Viele Mitglieder ärgere die Insolvenz auch deshalb, weil der Verein 2006 seinen 60. Geburtstag feiern wollte. Bei der Sitzung sei auch bekannt geworden, dass SVWVerantwortliche bereits am 18. November 2004 die Gemeinde über eine drohende Insolvenz informiert hätten. Mitglieder fragten, warum nicht sie informiert worden seien. Seitens des Vorstandes hieß es, die Mitglieder hätten bei der Rechnungsoffenlegung während der Mitgliederversammlung besser zuhören sollen.